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Schiller’s dictum, And yet life is good, which was always flimsy, has turned to idiocy now that it is trumpeted alongside the ubiquitous advertisements to which psychoanalysis itself — its higher potential notwithstanding — lends support. People today have too few inhibitions, not too many, and they are no healthier for it. Thus, if we seek a cathartic method whose success is not measured in terms of successful adjustment or economic achievement, we must start by making people aware of unhappiness — both unhappiness in general and their own personal unhappiness, which are inseparable from one another. We must deprive them of their false satisfactions, for those satisfactions are the means by which this hideous social order maintains itself within people. As if, from without, its grip were not already strong enough! Only when they are glutted to excess with counterfeit pleasures, when they find themselves in rebellion against what society offers them, when they begin to recognize the inadequacy of happiness — in those cases where some happiness remains, let alone when it is paid for by surrendering their supposedly pathological resistance against its very surrogate — only then will they begin to think of what they might experience. The admonition to happiness, voiced in concert by the sanatorium director — the scientific bon vivant — along with the neurasthenic propaganda bosses of the enjoyment industry, have about them the fury of the father berating his child for not rushing joyously downstairs when he comes home, in a bad mood, from his office. It is part of the mechanism of domination to forbid recognition of the suffering it produces, and there is a direct line of development between the gospel of happiness and the construction of camps of extermination so far off in Poland that each of our own countrymen can convince himself that he cannot hear the screams of pain.

Theodor Adorno, Minima Moralia: Reflexionen aus dem beschädigten Leben (1951) section 38. Translation is mostly mine. Original:

“Das Schillersche ‘Das Leben ist doch schön’, das immer schon Papiermaché war, ist zur Idiotie geworden, seitdem es im Einverständnis mit der omnipräsenten Reklame ausposaunt wird, zu deren Fanalen auch die Psychoanalyse, ihrer besseren Möglichkeit zum Trotz, Scheite herbeiträgt. Wie die Leute durchweg zu wenig Hemmungen haben und nicht zu viele, ohne doch darum um ein Gran gesünder zu sein, so müßte eine kathartische Methode, die nicht an der gelungenen Anpassung und dem ökonomischen Erfolg ihr Maß findet, darauf ausgehen, die Menschen zum Bewußtsein des Unglücks, des allgemeinen und des davon unablösbaren eigenen, zu bringen und ihnen die Scheinbefriedigungen zu nehmen, kraft derer in ihnen die abscheuliche Ordnung nochmals am Leben sich erhält, wie wenn sie sie nicht von außen bereits fest genug in der Gewalt hätte. Erst in dem Überdruß am falschen Genuß, dem Widerwillen gegens Angebot, der Ahnung von der Unzulänglichkeit des Glücks, selbst wo es noch eines ist, geschweige denn dort, wo man es durch die Aufgabe des vermeintlich krankhaften Widerstands gegen sein positives Surrogat erkauft, würde der Gedanke von dem aufgehen, was man erfahren könnte. Die Ermahnung zur happiness, in der der wissenschaftlich lebemännische Sanatoriumsdirektor mit den nervösen Propagandachefs der Vergnügungsindustrie übereinstimmt, trägt die Züge des wütenden Vaters, der die Kinder anbrüllt, weil sie nicht jubelnd die Treppe hinunterstürzen, wenn er mißlaunisch aus dem Geschäft nach Hause kommt. Es gehört zum Mechanismus der Herrschaft, die Erkenntnis des Leidens, das sie produziert, zu verbieten, und ein gerader Weg führt vom Evangelium der Lebensfreude zur Errichtung von Menschenschlachthäusern so weit hinten in Polen, daß jeder der eigenen Volksgenossen sich einreden kann, er höre die Schmerzensschreie nicht.”

Source: English, German.

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adorno

Die Arbeit nieder!

Plädoyer gegen eine Verherrlichung von Arbeit und für das Recht auf Faulheit - Von Stephan Grigat

Arbeit macht krank, Arbeit schändet, Arbeit ist Mühsal und macht hässlich. Karl Marx wusste das und hat allen Kritikern gesellschaftlicher Elendsproduktion ins Stammbuch geschrieben: "Das Reich der Freiheit beginnt erst da, wo das Arbeiten, das durch Not und äußere Zweckmäßigkeit bestimmt ist, aufhört." Die sich merkwürdigerweise immer wieder auf Marx berufende Arbeiterbewegung hat die Vernutzung der Arbeitskräfte zum Zwecke der Verwertung des Kapitals hingegen zur anbetungswürdigen Selbstverwirklichung geadelt. Das proletarische Schaffen sei gut, und der eigentliche Skandal des Kapitalismus bestünde darin, nicht jedem Menschen einen Arbeitsplatz zur Verfügung zu stellen.

Anstatt sich an Paul Lafargue, den Schwiegersohn von Marx, zu erinnern, der das "Recht auf Faulheit" hochhielt, soll es ein "Recht auf Arbeit" sein, für das am 1. Mai gestritten wird.

Der Arbeitsfanatismus von links bis rechts sieht die ehrliche Arbeit um ihren gerechten Lohn betrogen, sei es durch die "Zinsknechtschaft" oder durch die keineswegs nur von der Antiglobalisierungsbewegung so inbrünstig gehassten "Spekulanten". Die Agitation geht gegen "die da oben", gegen die "Bonzen und Parasiten", die lieber konspirieren als eben durch anständige Arbeit selbst etwas zum Volkswohlstand beizutragen.

Der Hass auf das unterstellte oder tatsächliche arbeitslose Einkommen ist nicht nur eine falsche, sondern angesichts seiner Ressentimenthaftigkeit und seiner Verherrlichung des Staates eine äußerst gefährliche Antwort auf gesellschaftliche Krisenerscheinungen und ungleiche Reichtumsverteilung. Der in jedem arbeitsfetischistischen 1.-Mai-Aufruf artikulierte Sozialneid ist das exakte Gegenteil von dringend notwendiger Sozialkritik.

Gegen liberale Konkurrenzverherrlichung und linken Staatsfetischismus ginge es um eine Kritik der Arbeit, die weder mit dem traditionellen Marxismus noch mit alternativen Verzichtsideologien etwas zu tun hat. Ihr geht es nicht um eine gleichmäßige Verteilung des Elends, sondern um seine globale Abschaffung. Sie will nicht Konsumverzicht, sondern Luxus für alle. Solch eine Kritik skandalisiert, dass Luxus und Genuss den meisten Menschen vorenthalten werden, obwohl das angesichts der weit entwickelten menschlichen und gesellschaftlichen Fähigkeiten nicht notwendig wäre.

Eine Kritik der Arbeit richtet sich nicht gegen das Glücksversprechen der Bürger, sondern versucht, seinen ideologischen Gehalt aufzuzeigen und zu verdeutlichen, dass dieses Versprechen in der bürgerlichen Gesellschaft kaum eingelöst werden kann.

Dementsprechend verachtet solch eine Kritik die Parole "Die Arbeit hoch!" und setzt dagegen die Vorstellung Theodor W. Adornos von einem befreiten gesellschaftlichen Zustand: "auf dem Wasser liegen und friedlich in den Himmel schauen"

— Stephan Grigat via http://derstandard.at/1271375574454/Kommentar-der-anderen-Die-Arbeit-nieder
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adorno
Fremdwörter sind die Juden der Sprache.
— T. W. Adorno
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On Pop Music - Theodor Adorno | libcom.org

With the assistance and collaboration of George Simpson
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Adorno am Altpapiercontainer
9581 6627 500
Adorno definiert Kitsch als: Konfliktlosigkeit, Massenkultur, Verlogenheit, Stereotypisierung, Zurückgebliebenheit, Wirklichkeitsflucht, falsche Geborgenheit oder etwa dümmlich Tröstende(s).
"Wieviel Kitsch verträgst du heute?" - durch Verschieben des Fensters wird ein anderer Bildausschnitt sichtbar, Reprint, Holzrahmen, 120 x 50 cm, 2010
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Freedom would be not to choose between black and white but to abjure such prescribed choices.
Theodor Adorno
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Der Jargonbegriff "Mensch"

YouTube - Theodor W. Adorno: Jargon der Eigentlichkeit 6/7
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Die Theorie der Kulturindustrie von Theodor W. Adorno
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Adornos Kritik zum neuen Video "Born Free" von M.I.A.
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Wer denkt, ist in aller Kritik nicht wütend: Denken hat die Wut sublimiert. Weil der Denkende es sich nicht antun muß, will er es auch den anderen nicht antun. Das Glück, das im Auge des Denkenden aufgeht, ist das Glück der Menschheit. Die universale Unterdrückungstendenz geht gegen den Gedanken als solchen. Glück ist er, noch wo er das Unglück bestimmt: indem er es ausspricht. Damit allein reicht Glück ins universale Unglück hinein. Wer es sich nicht verkümmern läßt, der hat nicht resigniert.

— Kulturkritik und Gesellschaft I/II: Kritische Modelle 3, GS 10.2, S. 798-799
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„Wären Menschen kein Besitz mehr, so könnten sie auch nicht mehr vertauscht werden“ – wären Menschen nicht mehr austauschbar, bräuchten sie Untreue nicht mehr zu fürchten, weil es keine Treulosigkeit mehr gäbe. /// Der Versuch, durch Polyamorie der Warenförmigkeit der menschlichen Beziehungen zu entkommen muss scheitern, da der Abschwur von der Treulosigkeit in einer durch Besitz fundierten Gesellschaft zum Lippenbekenntnis verkommen muss. /// Notizen zu Adornos Liebsbegriff
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0885 f738
Geliebt wirst du einzig, wo du schwach dich zeigen darfst, ohne Stärke zu provozieren
— Theodor W. Adorno
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Adorno about Popular Music
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Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen.
— Theodor W. Adorno
Der einzig legitime Grund, ein Kind zu bekommen, ist die Freude am eigenen Leben.
— Theodor W. Adorno
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